Orientierungswerte zu Lackhärte, Lackart und Polierverhalten verschiedener Fahrzeuge und Lackierungen.
Die Angaben basieren auf Herstellerinformationen und dokumentierten Praxiserfahrungen. Lackhärte kann selbst innerhalb einer Modellreihe variieren. Nachlackierungen, Alter, Produktionswerk und Lackzustand können das Verhalten deutlich verändern. Vor jeder Politur ist ein Testspot erforderlich.
Koch-Chemie stellt dazu ausdrücklich fest: „Polieren ist bei matten Lacken generell keine Option, da der Poliervorgang die matte Oberfläche komplett zerstört." Durch Polieren kann die definierte Mattstruktur dauerhaft verändert und lokal glänzend werden. Das gilt für jede matte Serienlackierung, unabhängig von der Grundfarbe: Eine matte Ausführung wird nicht wie ihr glänzendes Pendant behandelt.
Belegbar ist vor allem eines: welche Baureihe es gab, welche Lackart und Oberfläche ein Farbton hat und wie er heißt – inklusive Lackcode, wo er sich aus offiziellen Zubehördaten belegen lässt. Genau daraus ergibt sich, ob überhaupt poliert werden darf und was dabei bearbeitet wird.
Bei der Lackhärte ist die Quellenlage dünn. Kein Hersteller des Volkswagen-Konzerns veröffentlicht Härtewerte je Baureihe oder Farbe. Was kursiert, sind Erfahrungswerte aus der Aufbereitung – oft weitergereicht, selten belegt. Deshalb steht in dieser Matrix bei fast allen Baureihen „unbekannt". Das ist kein fehlender Datensatz, sondern die ehrliche Antwort: Für diese Baureihe gibt es keine belastbare Einstufung, und der Testspot bleibt das einzige verlässliche Werkzeug.
Wo belastbare Angaben existieren, stehen sie unter Dokumentierter Erfahrungswert – konkrete Fahrzeuge eines professionellen Aufbereiters. Diese Fälle gelten für das jeweilige Fahrzeug, nicht für eine ganze Baureihe.
Bei einem modernen Metallic-, Perleffekt-, Perlmutt- oder Uni-Lack liegt über dem farbgebenden Basislack ein Klarlack. Škoda beschreibt den Ablauf im eigenen Werk: erst ein wasserlöslicher Basislack für den Farbton, getrocknet bei 80 °C, darüber der Klarlack, ausgehärtet bei 140 °C.
Poliert wird dieser Klarlack. Die optische Farbe des Basislacks bestimmt deshalb nicht, wie hart sich ein Lack anfühlt. Ein schwarzer und ein silberner Wagen aus derselben Serie können denselben Klarlack tragen. Umgekehrt kann derselbe Farbname über mehrere Generationen laufen, während sich Klarlackrezeptur, Werk und Lackierverfahren geändert haben.
Der Aufbereiter Marc Harris schildert bei Detailed Image beide Extreme aus derselben Marke: Ein Passat B5 in Burgundy gehörte zu den härtesten Lacken, die er bearbeitet hat – ein VW GTI Modelljahr 2010 in nicht-metallischem Schwarz zu den weichsten. Dazu hält er fest, dass jede Lackkombination anders ausfällt und Umwelteinflüsse das Verhalten zusätzlich verändern.
Insgesamt ordnet er Audi und VW als durchschnittlich bis überdurchschnittlich hart ein und beobachtet, dass helle Farben eher härter ausfallen als dunkle. Beides ist eine Tendenz, kein Wert für ein konkretes Auto. Im selben Artikel stehen außerdem ein Audi A8 L und ein Passat CC in Metallic-Schwarz, die er ausdrücklich als weich beschreibt.
Die Empfehlungen in dieser Matrix folgen immer derselben Reihenfolge. Es geht nie darum, direkt zur groben Schleifpolitur zu greifen, sondern darum, mit dem mildesten Aufbau zu beginnen, der das Defektbild tatsächlich löst. Alle Angaben zu Schleif- und Glanzgrad stammen von Koch-Chemie.
Zu tiefen Kratzern: Hat ein Defekt den Klarlack vollständig durchdrungen, lässt er sich durch Polieren nicht sicher entfernen. Realistisch ist die maximal mögliche Defektkorrektur unter Erhalt einer vertretbaren Lackreserve – keine vollständige Kratzerentfernung.
Verwendet werden ausschließlich: sehr weich, weich, weich–mittel, mittel, mittel–hart, hart, sehr hart, stark schwankend, unbekannt. Zahlenwerte wie „8/10" gibt es bewusst nicht, weil dafür eine reproduzierbare Messmethode fehlt.
HIGH mehrere unabhängige Quellen oder eine belastbare Fachquelle · MEDIUM mehrere übereinstimmende Praxiserfahrungen · LOW wenige Erfahrungswerte oder starke Schwankungen · UNKNOWN keine belastbare Aussage möglich.
Baureihe Modellgeneration mit Bauzeit und Lacksystem · Lackierung am Fahrzeug belegte Kombination aus Farbe und Baureihe · Farbkatalog Farbton mit Lackcode, unabhängig vom Modell · Dokumentierter Erfahrungswert konkretes Fahrzeug aus einer Fachquelle · Grundregel herstellerübergreifend.
281 Baureihen, 109 belegte Lackierungen am Fahrzeug,
115 Farbtöne im Katalog, 7 dokumentierte Erfahrungswerte und
4 Grundregeln. Die Suche findet Lackcodes genauso wie Namen: LY9B,
Brillantschwarz oder Audi A4 B8.
Zu dieser Auswahl gibt es keinen Eintrag. Das heißt nicht, dass es den Lack nicht gibt – nur, dass hier noch keine geprüfte Angabe dazu steht. Schreib mir, wenn dir ein Fahrzeug fehlt.
Stand der Prüfung: 2026-09-24. Alle Links führen direkt zur jeweiligen Originalquelle.
Unsicher, was dein Fahrzeug braucht? Ich lege vor jeder Politur einen Testspot an und entscheide danach – nicht nach Tabelle.
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